Es hatte über Nacht geschneit und deshalb fing die Uni erst um 10 am an. Es gibt einen Rider Alert auf der Homepage oder bequem aufs Handy, wenn die Uni wegen Schneefalls geschlossen oder später aufgemacht wird. Wie praktisch!
Diesen Morgen hatte ich niemanden, der mich abholen und zur Uni bringen würde. Also beschloss ich, zu Fuß zu gehen. Ein spannendes Unterfangen... Die side-walks waren größtenteils noch nicht geräumt, in den Einfahrten waren Hauseigentümer mit riesigen, vor ihre Jeeps gespannten Schneeschaufeln bemüht, den Schnee an den Straßenseiten aufzuhäufen und auf den schneebedeckten Straßen machten sich Streumaschinen ans Werk. Ich hatte mir zuvor auf Google Maps den Weg zum WCC angeschaut und auf einen A4-Zettel abgemalt. Mit Zettel und Fotoapparat bewaffnet, machte ich mich auf den Weg.
Als ich schließlich auf der Snowden Lane, einer mit unseren Landstraßen vergleichbaren Hauptverkehrsstrecke dahin spazierte und jedes Mal, wenn ein Auto kam, auf einen Schneehügel auf der Straßenseite hüpfte (es gibt dort so gut wie keine side-walks), blieb plötzlich ein Polizeiauto neben mir stehen. Der Officer kurbelte das Fenster herunter und fragte mich: "Are you alright lady? Ya need help?" Als ich meinte, dass ich zu Fuß zur Uni gehe, schaute er mich komisch und unglaubwürdig an und meinte, dass es weit sei. Als er erfuhr, dass ich Österreicherin sei, meinte er nur: "Ok, so just go ahead, It's a few blocks from here..."
Die insgesamte Gehzeit betrug dann doch 45 min und so kam ich mit eiskalten und total nassen Füßen (meine Stiefel sind dem vielen Schnee zum Opfer gefallen) am Campus an. Aber selbst dafür gibt es in Amerika die ideale Lösung. In jedem Restroom am Campus gibt es hand dryers mit einem wahrhaft powerful air flow, sodass beim Händetrocknen die Sehnen und Knochen der Hände quasi "freigelegt" werden. Meine Socken und Stiefel waren also in Null-komma-nix trocken und mein Tag gerettet.
An diesem Tag stand zuerst die Finalisierung meines Antrags für die Eröffnung eines Bankkontos an. Mr. Broadway war "perfectly prepared", nachdem er mir am Vortag versprochen hatte, immer für mich da zu sein, als ich ihm eine Mozartkugel geschenkt hatte. Ich bin nun also stolze Besitzerin dreier Scheckhefte und ready for my first wire-in.
Zweiter Punkt an der Tagesordnung war das Choir hearing bei Dr. Miller. Es ging um die Aufnahme in den Symphonic Choir des Westminster Choir Colleges, einem Chor für undergraduate und graduate students. Gefordert waren ein Liedvortrag, Nachsingen von am Klavier vorgespielten Melodien und eine Blattsingübung. Nachdem ich das gemeistert hatte, stand ich abends vor der nächsten Herausforderung. Einkaufen in McCaffrey's, einem der Supermärkte hier. Ich fand mich bald ratlos und ein wenig verzweifelt vor den nicht-enden-wollenden prall gefüllten Regalen stehen und versuchte, Produkte zu identifizieren bzw. Inhaltsstoffe auf Verpackungen zu studieren. Wäre da nicht die ultimative Rettung gewesen - ein Zettel mit einer Übersicht über die wichtigsten Nahrungsmittel und deren Standort, den ich von einem netten Supermarktangestellten bekam. Glücklich und bepackt trat ich in der Dunkelheit den Nachhauseweg an und war wohl selten so froh gewesen, dass die Amerikaner ungeachtet des Energieverbrauches ihre Außenlichter und Gartenlampen gerne anlassen. Es gibt nämlich so gut wie keine Straßenlaternen - nur an den stark befahrenen Straßen, an Kreuzungen oder in gefährlichen Kurven. Ich kam "sound and safe" zuhause an, machte mir etwas not-typical-American zu essen und freute mich auf meine erste kleine Party, zu der ich eingeladen war...
Diesen Morgen hatte ich niemanden, der mich abholen und zur Uni bringen würde. Also beschloss ich, zu Fuß zu gehen. Ein spannendes Unterfangen... Die side-walks waren größtenteils noch nicht geräumt, in den Einfahrten waren Hauseigentümer mit riesigen, vor ihre Jeeps gespannten Schneeschaufeln bemüht, den Schnee an den Straßenseiten aufzuhäufen und auf den schneebedeckten Straßen machten sich Streumaschinen ans Werk. Ich hatte mir zuvor auf Google Maps den Weg zum WCC angeschaut und auf einen A4-Zettel abgemalt. Mit Zettel und Fotoapparat bewaffnet, machte ich mich auf den Weg.
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| That's my home - the left window that is cut off belongs to my room |
Die insgesamte Gehzeit betrug dann doch 45 min und so kam ich mit eiskalten und total nassen Füßen (meine Stiefel sind dem vielen Schnee zum Opfer gefallen) am Campus an. Aber selbst dafür gibt es in Amerika die ideale Lösung. In jedem Restroom am Campus gibt es hand dryers mit einem wahrhaft powerful air flow, sodass beim Händetrocknen die Sehnen und Knochen der Hände quasi "freigelegt" werden. Meine Socken und Stiefel waren also in Null-komma-nix trocken und mein Tag gerettet.
An diesem Tag stand zuerst die Finalisierung meines Antrags für die Eröffnung eines Bankkontos an. Mr. Broadway war "perfectly prepared", nachdem er mir am Vortag versprochen hatte, immer für mich da zu sein, als ich ihm eine Mozartkugel geschenkt hatte. Ich bin nun also stolze Besitzerin dreier Scheckhefte und ready for my first wire-in.
Zweiter Punkt an der Tagesordnung war das Choir hearing bei Dr. Miller. Es ging um die Aufnahme in den Symphonic Choir des Westminster Choir Colleges, einem Chor für undergraduate und graduate students. Gefordert waren ein Liedvortrag, Nachsingen von am Klavier vorgespielten Melodien und eine Blattsingübung. Nachdem ich das gemeistert hatte, stand ich abends vor der nächsten Herausforderung. Einkaufen in McCaffrey's, einem der Supermärkte hier. Ich fand mich bald ratlos und ein wenig verzweifelt vor den nicht-enden-wollenden prall gefüllten Regalen stehen und versuchte, Produkte zu identifizieren bzw. Inhaltsstoffe auf Verpackungen zu studieren. Wäre da nicht die ultimative Rettung gewesen - ein Zettel mit einer Übersicht über die wichtigsten Nahrungsmittel und deren Standort, den ich von einem netten Supermarktangestellten bekam. Glücklich und bepackt trat ich in der Dunkelheit den Nachhauseweg an und war wohl selten so froh gewesen, dass die Amerikaner ungeachtet des Energieverbrauches ihre Außenlichter und Gartenlampen gerne anlassen. Es gibt nämlich so gut wie keine Straßenlaternen - nur an den stark befahrenen Straßen, an Kreuzungen oder in gefährlichen Kurven. Ich kam "sound and safe" zuhause an, machte mir etwas not-typical-American zu essen und freute mich auf meine erste kleine Party, zu der ich eingeladen war...

You bribed Mr Broadway with Mozart's Balls!
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