Dienstag, 5. April 2011

Woche 7 & 8: Von Frühjahrsmüdigkeit und reger Nachtaktivität

Nachdem die "midterms" vor der Tür standen bzw. teilweise bereits erfolgreich hinter sich gebracht worden waren, war die Anspannung der letzten Wochen deutlich zu spüren. In den Kursen saßen schnaufende und mit den Gedanken abwesende Studierende und auch zwischendurch und insbesondere abends wollte die Lust und vor allem die Kraft, zu lernen, nicht mehr recht aufkommen. Was tun? Und vor allem, woher neue Motivation nehmen? Die Lösung: socialize, hang out with your friends, party hard!
In diesen beiden Wochen lernte ich die amerikanische Ausgehkultur besser kennen. So richtige Disco-Tempel gibt es hier nicht - viel eher gemütliche Bars mit Sportübertragungen und sonstigen TV-Shows, die in allen Ecken und Winkeln aus den big flat screens strahlen. Auch die Juke Box ist hier noch sehr angesagt und in vielen bars und taverns zu finden. Um gemeinsame Aktivitäten - Essen einmal kurz ausgenommen - anzuregen, gibt es die Möglichkeit, Pool (Billard), Dart oder Trivia, etc. zu spielen. Bin schon sehr auf den Geschmack gekommen, auch wenn ich noch mehr schlecht als recht ziele...
Und wie schon erwähnt, ist ein Ausgehen unausweichlich mit Essen verbunden; leckerem - sehr leckerem Essen!!!!! Die Fotos in der linken Leiste zeigen eine kleine Auswahl an von mir Probiertem bzw. Verspeistem. Und nein, ich zähle noch keine Kalorien! Damit darf man erst gar nicht anfangen, sonst nimmt man schon vom Zuschauen zu. Apropos Kalorien: es ist hier Gang und Gebe, dass auf den Menus die Kalorien und sonstigen Inhaltsstoffe angegeben werden. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, dass man als Restaurant nicht hinterher verklagt wird, wenn jemand gar zu dick wird.
Die Bilder auf der rechten Seite zeigen uns beim Pool spielen und beim Mardi Gras feiern - das ist quasi der Faschingsdienstag der französischen Einwanderer. Es wird also nicht verkleidet, sondern vielmehr tragen die Mädels bunte Perlenketten um den Hals, die sie von den sie umschwärmenden Burschen zugeworfen bekommen. Je mehr Ketten, desto besser, so die Devise. Um eine Kette zu bekommen, muss man allerdings - so heißt es - sein T-Shirt lupfen. An dieser Stelle: no comment ;)



Woche 6: Von Ausflügen in die Natur und einer schillernden Oscar Night

Die Woche (2/21-2/27/2011) startete sehr frühlingshaft und zog mich nach draußen. Montags war wie gewöhnlich die Arbeit mit dem Rider Choir angesagt. Ich durfte mich mit dem Warm up wieder ans Werk machen. Gegen Wochenmitte hatte ich allerdings einen ziemlichen Durchhänger. Das ständige Gefordert-Sein auf der Uni hatte mich müde gemacht.

Also nichts wie raus, Leute treffen und abspannen. Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin Steffi und meinen Kollegen Ray und Nick ging's das erste Mal ins Houlihan's, Restaurant/ Karaoke Bar. Very American and pretty awesome: das abendliche Essengehen gehört hier zum Ausgehen förmlich dazu - anstatt dass man sich an die Bar stellt, setzt man sich lieber mal in einen an eine Koje erinnernden Sitzbereich um einen Tisch (genau genommen wird man ja an einen Platz geleitet und an den Tisch "gesetzt") und bestellt etwas Feines zum Essen. Die Menus sind riesig und so ist die Auswahl. Dass die Appetizer hier so groß sind, wie bei uns nicht einmal die Hauptspeisen, brauch ich nicht extra zu beschreiben --> siehe Foto links:





 Tortilla chips topped with cheddar and jalapeno jack cheeses, spicy chili con carne, sour cream, jalapeños, tomatoes, scallions, guacamole and our house-made salsa. $9.99 












Um den vielen Käse und die Bohnen zu verdauen, haben wir uns dann doch an die Bar vorgewagt, um - sagen wir - ein feines "Magenbitter" einzunehmen ;) Dabei wurden wir von den sich der Karaoke hingebenden Rockröhren, Stimmchen, Pushern und Brummern köstlich unterhalten.











Selbst gesungen haben wir dann doch nicht - zu lange war die Liste jener, die singen wollten. Ja, und ein wenig Feigheit war auch dabei. Aber das sollte sich ja noch ändern...







Gegen Wochenende begann ich, die Umgebung zu erforschen, genoss eines Freitag abends die Sonnenstrahlen im Smoyer Park und erkundete Sonntags den Carnegie Lake, den extra für die Rudermannschaft der Princeton University angelegten See.
Das Wetter war fabelhaft und so ließ der Spaziergang um den See mein Herz höher schlagen. Ich fühlte mich leicht und frei wie eine Feder, stürmte - wenn es mir danach war - wie von einer Tarantel gestochen los, um bald darauf an einer interessanten Stelle wieder inne zu halten und zu versuchen, die interessanten Schatten und Spiegelungen der Bäume, Sonne und Wolken im Wasser fotografisch einzufangen und festzuhalten.


Links Fotos vom Carnegie Lake mit dem lieblichen Path zwischen Lake und Canal und rechts Fotos vom Smoyer Park. Right - a lot of nature out here ;)




Ein weiteres Highlight des Wochenendes war die Oscar-Party at Lindsay's and Audrey's; ein feines "get together" angesichts der Oscars, die an diesem Sonntagabend verliehen werden sollten - allerdings mit "strict rules". Hier ein kleiner Auszug aus der Einladung:

"Come over for a night of Glitz and Glamor and celebrate the Biggest event in Hollywood! The Red Carpet show begins at 6:30, so feel free to come early and judge some famous people in some glamorous dresses, but make sure that you get there before the Awards ceremony at 8:00. (...) and Semi-Formal attire is encouraged (any excuse to wear dresses that we spend a lot of money on, but never get the chance to wear)!! 

As we are in America, guests were following the device and so did I. Eine feine Party, wenn jeder so adrett gekleidet ist - und mit viel Liebe zum Detail (siehe Disney-Partyteller). Aber ich lasse die Bilder am besten für sich sprechen.