Donnerstag, 10. März 2011

Woche 4: Chorerlebnisse und Triumph

Die Woche (02/07-02/13/2011) begann mit einem sehr langen Montag: fast durchgehend Kurse und abends mein erstes Mal als Korrepetitorin des Rider Choirs am Lawrenceville Campus. Es hieß, ich solle mit dem Shuttle-Bus vom Princeton Campus dorthin fahren, was ich auch tat. Der Shuttle Bus ist ein kleiner Truck, in Größe und Form eines School Bus' und - wie könnte es auch anders sein - mit der Aufschrift und Bildern des Westminster Choir College versehen. Das Innenleben ist auch so, wie man es aus den Zeichnungen des Schulbusses aus der "Die Simpsons"-Serie kennt; mit dem Unterschied, dass nicht Otto, der kiffende Schulbuslenker darin sitzt, sondern eine gelangweilte Fahrerin (deren Erscheinung dann aber doch wieder jener Ottos ähnelt), die einen mit einem herzlichen und warmen "Hey Hon - how ya doin'?" begrüßt. Die rumpelige und laute Fahrt mangels Federung des Busses wird durch ein laut aufgedrehtes Radio à la Ö3 zu kompensieren versucht.
Der Rider Choir ist ein bunt zusammengewürfelter Chor aus angeblich 25 Studenten (es waren noch nie alle anwesend!) verschiedener Studienrichtungen, deren Leidenschaft es ist, zu singen. Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein: Man trifft auf die enthusiastische und resolute Chorsängerin, die auch vor falschen Tönen nicht zurückschreckt, auf den etwas pummeligen großen Bass, der seine Stimme erst finden muss und deshalb manchmal Tenor oder gar Alt singt, auf die schüchterne kleine Chormaus im Alt, die es kaum wagt, den Mund zu öffnen, auf Beauty, die es vorzieht, zu tratschen oder ihr Make-up aufzufrischen - die einem im Falle der Ermahnung aber das breiteste und schönste Lächeln der Welt schenkt, dass man nichts mehr zu sagen vermag, auf die notorischen "I'm sick, I can't sing today - can I leave earlier?"-Sänger oder aber jene, die sich ihrer wunderschönen Stimmen (noch) nicht bewusst sind und sich dezent im Hintergrund halten. Mit einem Wort: eine Herausforderung!
Apropos Chor: Ende dieser Woche hatte ich auch mein Kleid für den Auftritt mit dem Westminster Symphonic Choir am 19. Feber bekommen. Via UPS, versteht sich. Das musste ich natürlich sofort anprobieren - deswegen das Foto in meinem Zimmerchen.
Zur Abwechslung vom Uni-Alltag wurde ich abends in das Nachtleben Princetons eingeführt. Wer glaubt, dass man hier in Disco-Tempeln abtanzen kann, der irrt. Hier geht es gesittet zu und man trifft sich in gemütlichen Lokalen. Im sogenannten Triumph - Restaurant & Brewery muss man natürlich unbedingt den hauseigenen Bier-Sampler ausprobieren. Eine feine Auswahl an 7 unterschiedlichen Biersorten, der Stärke nach sortiert: Honey Blonde, Amber Ale, Vienna Lager, Imperial Stout, Bengal Gold India Pale Ale, Winter Wonder, Scottish Ale.
Noch freudig und enthusiastisch das erste
Glas hebend.



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